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Windows 98 (Codename: Memphis) ist ein am 25. Juni 1998 von Microsoft publiziertes Betriebssystem. Der Support von Microsoft für Windows 98 sowie Windows ME ist seit dem 11. Juli 2006 beendet.

Das Betriebssystem ist im wesentlichen eine Weiterentwicklung von Microsoft Windows 95. Somit ist es wie dieses ein 16-Bit/32-Bit-Hybrid-System. Die Installationsvoraussetzungen von Anwendungen lassen den Schluss zu, dass die Win_95 C-Ausgabe und das erste Windows 98 im Kernel noch weitgehend identisch sind. Windows 98 unterstützt ansatzweise präemptives Multitasking, das bei der NT-Reihe (Win 2000/XP) zum Standard gehört. Das bedeutet, dass das Betriebssystem bei der Speicherzuteilung an aktive Programme eine gewisse Kontrolle ausübt. Obwohl voller Speicherschutz nur bei NT/2000/XP gewährleistet ist, lassen sich mit Hilfe externer Taskmanager auch unter Windows 98 bestimmten Programmen Prioritäten zuweisen, wodurch sich die Systemstabilität erhöhen kann.

Obwohl der Verkauf als Upgrade zu Windows 95 von Anfang an gut lief, war Windows 98 wesentlich größer und langsamer als sein Vorgänger. Windows 98 basiert auf dem mitgelieferten Grundbetriebssystem MS-DOS 7.1.

Neuerungen der Ersten Ausgabe im Vergleich zu Windows 95 Bearbeiten

Windows 98 ist das erste Betriebssystem, das bereits in der Grundinstallation durchgängig „32-bittig“ ist, also im Gegensatz zu Windows 95 nicht mehr einzelnen Hintergrundprogramme im 16-Bit-Mondus ausführt. Neuerungen waren z.B. bessere AGP- und USB-Unterstützung (beides bereits ab Win 95 B-Ausgabe, aber USB dort so fehlerhaft, dass die meisten Hardwaretreiber sich erst ab Windows 98 installieren lassen), Unterstützung von mehreren Monitoren und ACPI, Festplattenpartitionen größer als 2 GB mit FAT32-Dateisystem (bereits ab Win_95 B-Ausgabe). Einige Funktionen, die sich bei Windows 95 mit dem Internet Explorer 4.0 nachrüsten lassen, sind bei Windows 98 bereits integriert. Daszu gehören die Integration des Internet Explorers in die Benutzeroberfläche, der Active Desktop, der verbesserte Windows Explorer (bessere Bedienung, UNC-Pfade und Netzwerkrechner lassen sich über die Adresszeile ansteuern). Deshalb gab es bis zum Erscheinen der SE-Ausgabe (s. unten) die Kritik, Windows sei zu wenig weiterentwickelt worden und deshalb hauptsächlich aus Marketinggründen auf den Markt gebracht worden.

Außerdem traten in der Ur-Version Probleme bei der Stabilität und der Kompatibilität auf, was man bei einer Vorführung der endgültigen Version des Betriebssystems auf der CES 1998 von Bill Gates erahnen konnte, wo er einen Blue Screen of Death verursachte (Nachricht Video).

Zweite Ausgabe Bearbeiten

Windows 98 SE (Second Edition) wurde am 10. Juni 1999 herausgegeben. Obwohl es kein frei verfügbares Update für seinen Vorgänger war, war es dennoch ein großer Verkaufserfolg, weil es entscheidende Verbesserungen gegenüber der Erstausgabe enthielt, die bis heute von Bedeutung sind. Es enthielt unter anderem eine weiter verbesserte USB-Unterstützung und wesentliche Erweiterungen in der Netzwerkunterstützung, wie z.B. die sogenannte Internetverbindungsfreigabe (ICS), welche die gemeinsame Nutzung einer einzigen Verbindung ins Internet durch mehrere Rechner ermöglichte. Insbesondere diese Funktion war jedoch problembehaftet, schwer zu aktivieren und nicht immer stabil. Eine weitere Neuerung war die Möglichkeit der unbeaufsichtigten Installation.

Andere Funktionen der Second Edition wie DirectX 6.1, Internet Explorer 5.0, Windows Media Player 6.1, MDAC (Datenbankanbindung), MSI (Microsoft-Installer) etc. lassen sich auf beiden Versionen nachrüsten. Leider lassen sich eine große Anzahl von Anwendungen trotzdem nicht auf der ersten Ausgabe installieren, obwohl eine aktualisierte Erste Ausgabe diese Programme durchaus unterstützen würde.

Minimale Systemvoraussetzungen Bearbeiten

  • 486DX (ab Windows 98 SE: mindestens 66 MHz) oder höherer Prozessor
  • 16 MB Arbeitsspeicher (RAM)
  • Für die Standardinstallation sind ca. 195 MB freier Festplattenspeicher erforderlich (je nach Systemkonfiguration und gewählten Installationskomponenten zwischen 120 MB und 295 MB)
  • CD-ROM- oder DVD-ROM-Laufwerk (Der PC muss von CD booten können, ansonsten braucht man eine bootbare Diskette mit CD-Treibern, wie z. B. eine Windows-98-Startdiskette)
  • VGA-Bildschirm oder Bildschirm mit höherer Auflösung
  • Maus oder kompatibles Zeigegerät

Support und heutige Bedeutung des Betriebssystems Bearbeiten

Will man mit Windows 98 auf neuerer Hardware arbeiten, kann es unter Umständen zu Problemen kommen. Windows 98 kann Festplatten über 128 GiB mit den Standardtreibern zwar ansteuern, aber ein Schreibzugriff auf eine Datei über dieser Grenze führt sehr wahrscheinlich zum Datenverlust. Die 128 GiB gelten dabei pro tatsächlich vorhandener Festplatte (physikalisches Laufwerk) und nicht pro partitioniertem logischem Laufwerk. Das gilt auch für extern angeschlossene USB- und FireWire-Festplatten. Einige Hersteller bieten aber Treiber an, mit denen der Betrieb großer Medien problemlos möglich ist. Um mehr als 512 MiB (max. 2 GiB) Arbeitsspeicher nutzen zu können, sind kleine Veränderungen, z.B. an der system.ini notwendig, mehr als 1 GiB bringen meist wenig außer Problemen mit der Stabilität.

Windows 98SE ist das älteste Windows-Betriebssystem, auf dem die aktuelle Java-VM und damit verbunden auch alle Java-Entwicklungen (Client, Server) stabil laufen. Eine Besonderheit der Second Edition ist, dass diese sowohl alte Windows-Treiber als auch neue WDM-Treiber unterstützt. Ab Windows Me werden nur noch WDM-Treiber unterstützt. Damit bietet sich mit SE die Möglichkeit, alte Hardware, für die es keine WDM-Treiber gibt, als auch neue Hardware mit WDM-Treibern zu kombinieren oder aber je nach Stabilität den alten Windows-Treiber oder den neueren WDM-Treiber einzusetzen.

Somit kommt Windows 98 (vor allem der 98SE-Version) bis heute (2007) auf älterer Hardware eine große Bedeutung zu, da es, verglichen mit neueren Microsoft-Betriebssystemen, wesentlich weniger Ressourcen benötigt, aber dennoch relativ aktuell ist. Es ist somit auch auf älterer Hardware lauffähig und auf neuerer entsprechend schneller. Ein Großteil der aktuellen Software (vor allem nichtkommerzielle) ist darunter noch lauffähig, so dass viele User nach wie vor keinen Grund sehen, auf neuere Systeme umzusteigen.

Microsoft hat die Unterstützung von Windows 98 und Windows Me auch für Firmenkunden zum 30. Juni 2006 eingestellt. Auf beiden Systemen läuft noch nahezu dieselbe Software, auch viele neue Programme einschließlich Virenschutz und Firewalls lassen sich derzeit noch installieren. Die letzte MS-Office-Version ist Office XP, OpenOffice.org unterstützt Windows 98 bis heute. Auch der Großteil der sonstigen heute gebräuchlichen Software läuft noch auf Windows 98 SE; das gilt auch für viele Programme, die Windows 98 nicht offiziell unterstützen. Allerdings ist bei dieser Software keine Unterstützung vom Hersteller bei Problemen unter Windows 98 zu erwarten. Dadurch ist der sinnvolle produktive Einsatz bis heute noch möglich, wird aber durch die Sicherheitsproblematik beschränkt.

Lediglich die Hardwareunterstützung wurde für Windows Me weiterentwickelt, sogar für viele Peripheriegeräte gibt es noch Treiber. Zwar gibt es bei den meisten neuen Mainboard-Chipsätzen keine Treiber vom Hersteller mehr für Windows 98, jedoch funktionieren alle Chipsätze auch mit den Windows-Standardtreibern, was daran liegt, dass die Hersteller sich an Industriestandards halten müssen, damit ihr Chipsatz als PC-kompatibel gilt. Windows Me ist also kein Ersatz für ältere Computer, zumal auch die System File Protection und die integrierte Systemwiederherstellung das Me-System ausbremsen (letztere lässt sich jedoch deaktivieren). Wer über genügend leistungsfähige Hardware verfügt, kann auf Windows 2000 oder XP aufrüsten, für ältere Rechner (CPU ab 200 MHz) kann aus Stabilitätsgründen auch Windows NT 4 ein ausreichender Ersatz sein.

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